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Glossar der Sicherheitsbranche: Fachbegriffe einfach erklärt
Ob Abkürzungen wie BMA, NSL oder EMA, technische Fachbegriffe oder Dienstleistungen wie Objektschutz und Interventionsdienst – hier finden Sie verständliche Erklärungen zu den wichtigsten Begriffen aus Sicherheitstechnik, Cybersicherheit und Sicherheitsmanagement.
- Access Control List (ACL)
- Regelwerk, das festlegt, welche Person, Karte oder welches System auf eine Tür, ein Netzwerk oder eine Ressource zugreifen darf. In der Zutrittskontrolle steuert die ACL Berechtigungen je Identität, Bereich und Zeitprofil.
- Alarmverifikation
- Verfahren zur Prüfung, ob ein ausgelöster Alarm echt ist – etwa per Video-, Audio- oder Zweimelder-Abhängigkeit. Sie reduziert Fehlalarme und damit unnötige Einsätze von Interventionsdiensten und Polizei.
- Betriebliche Gefahrenabwehr
- Gesamtheit organisatorischer und technischer Maßnahmen eines Unternehmens zur Abwehr von Bränden, Unfällen und sonstigen Schadenslagen – häufig getragen von Werkfeuerwehr, Sicherheitsdienst und Krisenstab.
- Brandmeldeanlage (BMA)
- Anlage aus Meldern, Zentrale und Signalgebern, die Brände frühzeitig erkennt, Personen warnt und die Feuerwehr alarmiert. Planung und Betrieb richten sich in Deutschland unter anderem nach DIN 14675.
- Business Continuity Management (BCM)
- Managementsystem, das kritische Geschäftsprozesse auch bei Störungen aufrechterhält. Es umfasst Business-Impact-Analyse, Notfallpläne, Wiederanlaufzeiten (RTO) und regelmäßige Übungen.
- Corporate Security
- Unternehmenssicherheit als Querschnittsfunktion: Objekt- und Personenschutz, Reisesicherheit, Ermittlungen, Informationsschutz und Krisenmanagement werden zentral gesteuert und an der Unternehmensstrategie ausgerichtet.
- Cyber Resilience Act (CRA)
- EU-Verordnung, die Cybersicherheitsanforderungen an Produkte mit digitalen Elementen stellt – von sicherer Standardkonfiguration über Schwachstellenmanagement bis zu Update-Pflichten über den Lebenszyklus.
- Durchbruchhemmung
- Widerstandsfähigkeit eines Bauteils gegen das gewaltsame Herstellen einer Öffnung, etwa bei Wänden, Türen oder Verglasungen. Sie wird über Widerstandsklassen geprüft und bemessen.
- Einbruchmeldeanlage (EMA)
- Technische Anlage zur Detektion unbefugten Eindringens mittels Öffnungs-, Glasbruch- oder Bewegungsmeldern. Die Meldungen laufen in der Regel auf eine Notruf- und Serviceleitstelle auf.
- Evakuierungskonzept
- Dokumentierte Planung, wie Personen in einer Gefahrenlage geordnet ins Freie oder in sichere Bereiche gebracht werden – inklusive Fluchtwegen, Sammelplätzen, Rollen und Kommunikationswegen.
- Fluchttürsteuerung
- System, das Türen im Rettungsweg im Alarmfall zuverlässig freigibt und zugleich gegen Missbrauch sichert. Sie verbindet Anforderungen an Zutrittskontrolle mit denen des Personenschutzes.
- Gefährdungsanalyse
- Systematische Bewertung von Bedrohungen, Schwachstellen und möglichen Schäden für ein Objekt, eine Veranstaltung oder einen Prozess. Sie ist die Grundlage jedes verhältnismäßigen Sicherheitskonzepts.
- Georedundanz
- Verteilung kritischer Systeme oder Rechenzentren auf räumlich getrennte Standorte, damit ein lokales Ereignis wie Brand oder Hochwasser nicht alle Kapazitäten gleichzeitig ausfallen lässt.
- Hochsicherheitsbereich
- Zone mit besonders hohem Schutzbedarf und mehrstufigen Maßnahmen: mechanische Sicherung, Vereinzelung, biometrische Zutrittskontrolle, Videoüberwachung und dokumentierte Begleitregeln.
- Incident Response
- Strukturierte Reaktion auf Sicherheitsvorfälle in der IT: Erkennung, Eindämmung, Bereinigung, Wiederherstellung und Nachbereitung – mit klaren Rollen, Meldewegen und forensischer Beweissicherung.
- Interventionsdienst
- Sicherheitsdienst, der nach einer Alarmmeldung zum Objekt fährt, die Lage vor Ort prüft, Erstmaßnahmen ergreift und bei Bedarf Polizei oder Feuerwehr nachalarmiert.
- Konvergenz von IT- und OT-Sicherheit
- Zusammenwachsen von Büro-IT und Produktions- bzw. Gebäudetechnik. Sie erfordert gemeinsame Schutzziele, Netzsegmentierung und abgestimmte Verantwortlichkeiten zwischen IT, Technik und Sicherheit.
- KRITIS
- Kritische Infrastrukturen wie Energie, Wasser, Gesundheit, Transport oder Finanzen, deren Ausfall erhebliche Folgen für die Versorgung hätte. Betreiber unterliegen besonderen Nachweis- und Meldepflichten.
- Lagebild
- Verdichtete, laufend aktualisierte Darstellung der Sicherheitslage aus Meldungen, Sensorik und Open-Source-Informationen. Es ist die Entscheidungsgrundlage für Leitstelle und Krisenstab.
- Mechatronischer Schließzylinder
- Kombination aus mechanischem Schließzylinder und elektronischer Berechtigungsprüfung. Er ermöglicht Zutrittsrechte per Karte oder Transponder, ohne die Tür vollständig verkabeln zu müssen.
- NIS2
- EU-Richtlinie zur Erhöhung des Cybersicherheitsniveaus. Sie erweitert den Kreis betroffener Unternehmen deutlich und verpflichtet zu Risikomanagement, Meldepflichten und Verantwortung der Geschäftsleitung.
- Notruf- und Serviceleitstelle (NSL)
- Rund um die Uhr besetzte Leitstelle, die Alarme aus Einbruch-, Brand- und Störmeldeanlagen entgegennimmt, verifiziert und die vereinbarten Maßnahmen einleitet. Zertifizierung erfolgt nach DIN EN 50518.
- Objektschutz
- Schutz von Gebäuden, Anlagen und Werten durch Personal, Technik und Organisation – von Empfangs- und Streifendienst über Schließrunden bis zur Zusammenarbeit mit der Leitstelle.
- Penetrationstest
- Beauftragter, kontrollierter Angriff auf Systeme, Netze oder Gebäude, um reale Schwachstellen aufzudecken. Ergebnis ist ein Bericht mit priorisierten Maßnahmen statt einer reinen Checklistenprüfung.
- Perimeterschutz
- Sicherung der Grundstücksgrenze und des Außenbereichs mit Zäunen, Detektionstechnik, Beleuchtung und Videoanalyse, um Eindringversuche möglichst früh und weit vor dem Gebäude zu erkennen.
- Rauchwarnmelder
- Autarkes Gerät, das Rauch erkennt und lokal akustisch warnt. Anders als eine Brandmeldeanlage alarmiert es keine Feuerwehr, ist aber in Wohnräumen bundesweit vorgeschrieben.
- Red Teaming
- Realitätsnahe Überprüfung der Abwehrfähigkeit einer Organisation: Ein Team simuliert einen Angreifer über technische, physische und Social-Engineering-Wege, während die Verteidigung nicht vorgewarnt ist.
- Sachkundeprüfung nach §34a GewO
- Pflichtnachweis für bestimmte Tätigkeiten im Bewachungsgewerbe, etwa im Citystreifendienst oder Türsteherbereich. Geprüft werden Rechtsgrundlagen, Umgang mit Menschen und Sicherheitstechnik.
- Sicherheitskonzept
- Gesamtdokument, das Schutzziele, Gefährdungen und die Kombination aus mechanischen, elektronischen, organisatorischen und personellen Maßnahmen beschreibt und deren Zusammenspiel nachvollziehbar begründet.
- Täuschungsalarm
- Alarm, der technisch korrekt ausgelöst wurde, dessen Ursache aber keine Gefahr war – etwa Wasserdampf am Rauchmelder. Er wird vom Falschalarm durch Gerätefehler unterschieden.
- Vereinzelungsanlage
- Zutrittstechnik wie Drehkreuz, Schleuse oder Sicherheitstür, die sicherstellt, dass immer nur eine berechtigte Person passiert. Sie verhindert Mitgehen (Tailgating) an sensiblen Übergängen.
- Videoanalyse
- Automatisierte Auswertung von Videobildern, die Objekte klassifiziert und Ereignisse wie Linienübertritt oder Herumlungern meldet. Moderne Verfahren nutzen KI-Modelle und senken die Fehlalarmrate deutlich.
- Werkschutz
- Betriebseigene oder beauftragte Sicherheitsorganisation eines Industriestandorts mit Aufgaben in Zugangskontrolle, Streifendienst, Gefahrenabwehr und Zusammenarbeit mit Behörden.
- Widerstandsklasse (RC)
- Klassifizierung nach DIN EN 1627 für Fenster, Türen und Fassaden. Sie gibt an, wie lange ein Bauteil einem definierten Angreifertyp mit bestimmtem Werkzeug standhält – üblich sind RC 2 bis RC 4.
- Zero Trust
- Sicherheitsmodell, das keinem Nutzer, Gerät oder Netzsegment blind vertraut. Jeder Zugriff wird kontextabhängig geprüft und auf das notwendige Minimum begrenzt – innerhalb wie außerhalb des Firmennetzes.
- Zutrittskontrollsystem (ZKS)
- System aus Lesern, Controllern und Software, das Berechtigungen verwaltet und Türen freigibt oder sperrt. Es dokumentiert Zutritte revisionssicher und lässt sich mit Zeitwirtschaft und Besucherverwaltung koppeln.