Donnerstag, 20. August 2026
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Interviews

Klare Strategien für den Wirtschaftsschutz

Günther Schotten, Geschäftsführer des ASW-Bundesverbands, fordert klare Strategien für den Wirtschaftsschutz. Im Interview erläutert er den Unterschied zwischen Unternehmenssicherheit und Wirtschaftsschutz, die Rolle der Risikobewertung und seine Sicht auf BSI, organisierte Kriminalität und staatliche Akteure.

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Redaktion
7 Min. Lesezeit
Klare Strategien für den Wirtschaftsschutz
Günther Schotten, Geschäftsführer des ASW-Bundesverbands. Foto: ASW

Günther Schotten, langjähriger Sicherheitsverantwortlicher bei der Allianz und heute Geschäftsführer des ASW-Bundesverbands, spricht im Interview über die wachsenden Bedrohungen für die Wirtschaft – und über das, was Politik und Unternehmen jetzt tun müssen.

Worin unterscheidet sich Unternehmenssicherheit vom Wirtschaftsschutz?

Unternehmenssicherheit setze auf der einzelbetrieblichen Ebene an: Konzepte, Prozesse und Maßnahmen zur Risikominimierung. Wirtschaftsschutz sei der politisch-organisatorische Rahmen, in dem Wirtschaft, Behörden und Verbände gemeinsam Bedrohungen begegnen.

Wie steht es um die Sicherheitskultur im Mittelstand?

Schotten warnt davor, KMU zu unterschätzen: Viele „Hidden Champions" seien hochattraktive Spionageziele. Entscheidend sei nicht die Unternehmensgröße, sondern die Qualität der Risikobetrachtung.

Welche Rolle spielt das BSI?

Schotten hebt unter anderem den Aufbau des Cyber-Centrums, die verbesserten Informationsketten und die Beratungsangebote für KMU positiv hervor. Das BSI sei ein wichtiger Ankerpunkt im deutschen Cybersicherheits-Ökosystem.

Wo wachsen die Risiken durch organisierte und Clan-Kriminalität?

Insbesondere in Logistik, Handel, Finanz- und Bauwirtschaft beobachte man wachsende Einflussnahme – häufig in Verbindung mit Geldwäsche, Korruption und Erpressung. Hier brauche es konsequente Strafverfolgung und engere Zusammenarbeit zwischen Sicherheitsverantwortlichen und Behörden.

Und die Bedrohung durch staatliche Akteure?

Sabotage- und Spionageaktivitäten staatlicher Akteure nehmen laut Schotten weiter zu. Unternehmen müssten ihre Schutzkonzepte gegen hybride Bedrohungen schärfen und Wirtschaftsschutz strategisch in der Geschäftsführung verankern.

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